Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll? Nun, in Deutschland beziehen die meisten Menschen ihren Lebensunterhalt direkt aus ihrer Arbeitsleistung, das heißt, sie sind auf Beruf und Berufsfähigkeit angewiesen. Sie gehören auch dazu? Was passiert, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren Beruf nicht bis zur Rente ausüben können und Ihr Einkommen plötzlich wegfällt: Wovon leben Sie dann?
Anspruch auf Erwerbsminderungsrente haben Versicherte, die aufgrund von Krankheit oder Behinderung dauerhaft weniger als 6 Stunden täglich arbeiten können und die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben. Voraussetzung ist meist, dass in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung 3 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt wurden.
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente schützt Sie im Ernstfall kaum. Sie sollten sich außerdem einmal fragen, wie viel Geld Sie im Monat benötigen, um Ihren gewünschten Lebensstandard zu erhalten. Die Grundsicherung oder Erwerbsminderungsrente reicht dafür höchstwahrscheinlich nicht aus!
Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?
Statistisch gesehen wird jede vierte Person im Laufe ihres Berufslebens mindestens einmal berufsunfähig. Das ergab eine Analyse der Deutschen Aktuarvereinigung e. V. (DAV). Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Arbeitslebens berufsunfähig zu werden, variiert je nach Geschlecht und Altersgruppe. Die DAV geht davon aus, dass 43 Prozent der heute 20-jährigen Männer bis zum Rentenbeginn mit 65 Jahren ein- oder mehrmals berufsunfähig werden. Bei Frauen in derselben Altersgruppe sind es 38 Prozent. Bei heute 50-jährigen Männern liegt das Risiko für eine Berufsunfähigkeit bis zum Renteneintritt noch bei 34 Prozent (Frauen: 29 Prozent).
Eine Berufsunfähigkeit kann niemand vorhersehen, denn keiner ist vor Krankheiten oder Unfällen gefeit. Das sind handfeste Gründe, um sich als Arbeitnehmer, Selbstständiger oder Freiberufler eine wichtige Frage zu stellen: Ist für mich eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?
Die Antwort lautet höchstwahrscheinlich: Ja!
Berufsunfähigkeitsversicherungen: Wie funktionieren sie?
Berufsunfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Dienstunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit – das klingt alles erst einmal ähnlich: Was versichert speziell die Berufsunfähigkeitsversicherung eigentlich genau?
- Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt Ihnen eine monatliche Rente, wenn Sie in Ihrem Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können, bis Sie eine Altersrente beziehen oder doch wieder arbeiten können.
- Sie bezieht sich dabei nur auf den Beruf, den Sie zuletzt ausgeübt haben. Ob Sie zuvor in anderen Berufen tätig waren und ob Sie noch in einem anderen Beruf arbeiten könnten, ist dabei irrelevant.
- Die monatliche BU- Rente wird bei Vertragsabschluss festgelegt und orientiert sich an Ihrem Einkommen. Hierbei sind die Verträge aber nicht starr festgelegt, sondern können an Ihrem beruflichen Werdegang angepasst werden. · Als dauerhaft berufsunfähig gelten Sie Laut Versicherungsvertragsgesetz ( § 172 VVG), wenn sie ihren zuletzt ausgeübten Beruf infolge von Krankheit, Verletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise nicht mehr aus-üben kann. In der Regel legen Versicherer eine Dauer von mindestens sechs Monaten fest, in denen Betroffene zu höchstens 50 Prozent ihrer eigentlichen Arbeitsleistung fähig sind. Das heißt: Sie sind aus gesundheitlichen Gründen höchstens halb so leistungsfähig wie andere Personen mit vergleichbarer Ausbildung sowie ähnlichen Kenntnissen und Fähigkeiten. Ob das zutrifft, entscheidet im Einzelfall ein Arzt oder eine Ärztin. Die Gründe für die Berufsunfähigkeit (psychische oder physische Krankheit, Unfallfolgen usw.) spielen dabei keine Rolle.
Reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente denn nicht?
Sind Sie gesetzlich rentenversichert, steht Ihnen nach einem Unfall oder einer Krankheit eine Erwerbsminderungsrente zu, wenn Sie dauerhaft nicht länger als sechs bzw. drei Stunden arbeiten können. Im ersten Fall bekommen Sie eine Teilerwerbsminderungsrente, in Letzterem eine volle.
Dabei sollten Sie jedoch folgende Punkte beachten:
- Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente betrug im Jahr 2025 laut Angaben der Deutschen Rentenversicherung lediglich 1.150 Euro.
- Nur wenn Sie beim Eintreten der Erwerbsunfähigkeit mindestens fünf Jahre gesetzlich versichert waren und in den fünf Jahren davor mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge bezahlt haben, steht Ihnen eine Erwerbsminderungsrente zu.
- Befristung: Die Rente wird meist auf Zeit geleistet (max. 3 Jahre am Stück, oft verlängerbar bis max. 9 Jahre).
- Anders als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wird bei einer Erwerbsunfähig-keit geprüft, ob Sie in einem anderen Beruf arbeiten könnten. Als Dachdecker bekommt man nach einem schweren Bandscheibenvorfall also keine Erwerbsminderungsrente, wenn eine Bürotätigkeit infrage käme.
- 44 Prozent der Anträge auf Erwerbsminderungsrente wurden 2023 abgelehnt (Quelle Haufe-Verlag)
Es könnte also sein, dass die gesetzliche Erwerbsminderungsrente für Sie keinen ausreichenden Einkommensschutz bietet und daher der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll wird.
Berufsunfähigkeitsversicherung: ja oder nein?
Hier gibt es nur ein klares JA! Denn Ihre Arbeitskraft ist Ihr größtes Kapital, welches geschützt werden muss.
Und ja, auch Schüler können schon abgesichert werden. Denn die „Schulunfähigkeits-versicherung“ kann später ohne weitere Gesundheitsprüfung in eine Berufsunfähigkeits-versicherung umgewandelt werden
Die häufigsten Gründe für eine Berufsunfähigkeit
Laut der Analyse "Morgen &Morgen Rating Berufsunfähigkeit 2025" der Ratingagentur MORGEN & MORGEN sind Nervenkrankheiten bzw. psychische Erkrankungen die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit:
- 35,75 Prozent Erkrankungen des Nervensystems: Die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Beispiele für eine solche Erkrankung sind: Depression, Burnout.
- 17,85 Prozent Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates. Beispiele: Bandscheiben-vorfall, Arthrose.
- 16,96 Prozent Krebs und andere bösartige Geschwülste. Beispiele: Lymphdrüsenkrebs, Brustkrebs oder Prostatakrebs.
- 6,96 Prozent Unfälle. Beispiele: Skiunfall, Fahrrad- oder Autounfall.
- 6,16 Prozent Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems. Beispiele: Herz-Rhythmus-Störungen, Herzschwäche.
- 16,32 Prozent sonstige Erkrankungen. Bespiele: Augenerkrankungen, Infektionserkrankungen, chronische Erkrankungen der inneren Organe.
Berufsunfähigkeitsversicherung: Wie viel muss ich monatlich zahlen?
Die monatlichen Beiträge sind von den entscheidenden Faktoren, wie Berufsgruppe, Gesundheitszustand, Alter, Laufzeit und die monatliche BU-Rente abhängig (s. u.) Hier 3 Beispiele:
- Werbekaufmann, 38 Jahre, Endalter 65, mtl. Rente 2.500 €, Beitrag 139 € netto
- Bankkauffrau, 24 Jahre, Endalter 67, mtl. Rente 1.000 €, Beitrag 36 € netto
- Student, 25 Jahre, Endalter 67, mtl. Rente 1.000 €, Betrag 36 € netto
Die Höhe der festgelegten Berufsunfähigkeitsrente spielt eine wichtige Rolle. Versicherer empfehlen, 70 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens, jedoch mindestens 1.000 Euro zu vereinbaren. Wenn Sie der Hauptverdiener einer Familie sind, kann es aber sinnvoll sein, sich für einen höheren Betrag zu entscheiden. Das bedeutet natürlich höhere Prämien. Wir helfen Ihnen, herauszufinden, was in Ihrer Situation ratsam ist.
Die Laufzeit der Berufsunfähigkeitsversicherung beeinflusst ebenfalls die Beiträge, denn in den letzten Berufsjahren vor der Rente steigt das Ausfallrisiko stetig. Möchten Sie den Schutz bis 67 Jahre genießen, zahlen Sie mehr, als wenn er mit 60 erlischt.
Vorerkrankungen wie Diabetes, Gefäßkrankheiten, Rückenbeschwerden oder psychische Störungen treiben die Prämien in die Höhe und können sogar einen Ausschlussgrund darstellen. Erkrankungen zu verschweigen, ist jedoch keine gute Idee. Der Versicherer kann sich weigern, die Rente zu zahlen, wenn er davon erfährt. Auch hier hilft eine kompetente Beratung vor Vertragsabschluss, um den richtigen Anbieter und den besten Tarif für Sie zu finden.
Risikoreiche Hobbys wie Klettern, Reiten oder Tauchen, die ein hohes Verletzungsrisiko mit sich bringen, wirken sich bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung oft ebenfalls negativ aus. Jedoch bewerten nicht alle Versicherungen alle Sportarten gleich. Fragen Sie diesbezüglich den Versicherungsexperten!
Kostenlose und neutrale Beratung vom Profi
Lassen Sie sich unbedingt von Versicherungsprofis beraten, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Ihrem Fall sinnvoll ist. GET:FINEO berät Sie kostenlos und ist dabei nicht an die Interessen einzelner Versicherer gebunden, wenn es darum geht, das beste Paket für Sie zu finden.
Unsere Experten nehmen sich viel Zeit und finden eine auf Ihre persönliche Situation zugeschnittene Lösung, indem sie viele Versicherer vergleichen. Auch im Schadensfall sind unsere erfahrenen Mitarbeiter gerne jederzeit für Sie da.
GET:FINEO übernimmt für Sie die ganzheitliche Finanzberatung. Das heißt, wir schauen uns Ihren gesamten Versicherungsschutz an und prüfen, ob Sie optimal versichert sind. Entscheiden Sie sich noch heute für den kostenlosen Versicherungscheck von GET:FINEO! Anschließend wissen Sie genau, ob Sie über-, unter- oder perfekt ausgewogen versichert sind.
Fazit
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht nur sinnvoll, sondern sie ist ein MUSS, denn sie sichert Ihr bestes Kapital ab und das ist Ihre Arbeitskraft!

